Explodierende VMware-Kosten: Was Unternehmen jetzt wissen und entscheiden müssen
Das Auslaufen der VMware Lizenzen nach der Übernahme durch den Chiphersteller Broadcom rückt stetig näher. Viele Unternehmen stehen daher vor einer grundlegenden Entscheidung: Die hohen Lizenzkosten weiterhin in Kauf nehmen? Auf eine alternative Virtualisierungsplattform wechseln? Oder die klassische Virtualisierung ganz hinter sich lassen und auf Cloud-native Betriebsmodelle, wie beispielsweise Microsoft Azure setzen?
Dieser Beitrag beleuchtet die Ausgangslage, ordnet die wichtigsten Änderungen ein und zeigt konkrete Handlungsoptionen für VMware-Kunden auf.
Welche Optionen Unternehmen jetzt haben und wie eine realistische Entscheidungsgrundlage aussehen kann, zeigen wir auch in unserem kostenfreien Webinar:
Inhalt
- Die Ausgangslage: VMware nach der Broadcom-Übernahme
- Neue VMware-Lizenzmodelle: Weniger Auswahl, höhere Kosten
- Alternativen zu VMware: Praxistaugliche Plattformen im Vergleich
- Entscheidungsgrundlage: Ohne Analyse kein sinnvoller Exit
Die Ausgangslage: VMware nach der Broadcom-Übernahme
Mit der Übernahme von VMware durch Broadcom am 23. November 2023 für rund 69 Milliarden US-Dollar hat sich das Lizenz- und Partnerökosystem fundamental verändert. Seitdem tritt VMware offiziell als „VMware by Broadcom“ auf. Mit weitreichenden Konsequenzen für Bestandskunden und Partner.
Viele Unternehmen standen Ende 2023 plötzlich vor der Entscheidung: Zeit- und ressourcenintensiv nach Alternativen suchen, oder in den sauren Apfel beißen und deutlich höhere Lizenzkosten akzeptieren. Besonders der Verlust des Partnerstatus für zahlreiche VMware-Partner, die Abschaffung von Perpetual-Lizenzen und Wechsel zu Subscription- & Bundle-Modellen haben viele Unternehmen vor neue wirtschaftliche und strategische Herausforderungen gestellt.
Neue VMware-Lizenzmodelle: Weniger Auswahl, höhere Kosten
Eine der kritischsten Änderungen war der Wechsel vom klassischen Kauflizenzmodell (Perpetual) hin zu einem reinen Subscription-Modell. Zusätzlich wurde das bisherige Portfolio aus Einzelprodukten drastisch reduziert und zu Bundles zusammengeführt.
Statt flexibler Produktkombinationen gibt es heute im Wesentlichen nur noch die VMware Cloud Foundation (VCF) und die VMware vSphere Foundation (VVF). Viele Unternehmen zahlen daher für Funktionen, die sie gar nicht benötigen, haben eine deutlich höhere Totel Cost of Ownership (TCO) und gleichzeitig weniger Flexibilität in der Architektur und dem Betrieb. Zusätzlich ist die meist eingesetzte Version vSphere 7.x seit dem 02.10.2025 offiziell End-of-Service, inklusive Security Updates und Support. Unternehmen, die diese Version weiterhin produktiv betreiben, gehen damit ein signifikantes Betriebs- und Sicherheitsrisiko ein.
Alternativen zu VMware: Praxistaugliche Plattformen im Vergleich
Lange Zeit galt VMware als unumstrittener Marktführer. Alternativen spielten in vielen Ausschreibungen kaum eine Rolle. Doch durch die steigenden Kosten und veränderten Lizenzbedingungen rücken andere Anbieter von Virtualisierungslösungen wieder in den Fokus. Spätestens mit dem Auslaufen zahlreicher Broadcom Lizenzen in den Jahren 2026 und 2027 stellt sich für viele Unternehmen nicht mehr die Frage ob, sondern wie sie ihre Virtualisierungsstrategie neu ausrichten.
Unternehmen haben heute im Wesentlichen drei Handlungsoptionen:
- VMware Lizenzen verlängern (meist 3 Jahre)
- VMware durch alternative Virtualisierungsplattformen ersetzen
- Ganz oder teilweise aus der Virtualisierung aussteigen
Alternative 1: Ersetzen von VMware durch andere Virtualisierungsplattformen
Nutanix AHV: Der Enterprise-Exit aus VMware
Mit Nutanix AHV erhalten Unternehmen eine moderne HCI-Plattform inklusive integriertem Hypervisor und zentralem Management (Prism). AHV ist vollständig in die Nutanix-Plattform eingebettet und fungiert als nahezu nahtloser Ersatz für vSphere, speziell für HCI-Umgebungen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Deutlich geringere Lizenzkomplexität als bei VMware | Bindung an Nutanix-Stack |
| Keine separaten Hypervisor-Lizenzen | Kosten abhängig vom Szenario nicht immer trivial |
| Storage, Netzwerk & Management integriert | |
| Reife Enterprise-Funktionen | |
| Gute offizielle Migrations-Guides |
Fazit: Für viele Unternehmen die pragmatischste Exit-Option aus VMware mit planbarem Risiko. Nutanix AVH stellt derzeit die pragmatischste Exit-Option aus dem VMware-Ökosystem dar. Die Plattform bietet eine Vielzahl an Enterprise-Funktionen, das funktional sehr nah an vSphere heranreicht. Gleichzeitig überzeugt Nutanix mit deutlich geringerer Lizenzkomplexität und besserer Kostenplanbarkeit.
Proxmox VE: Open Source & kosteneffizient
Proxmox VE richtet sich an Unternehmen, die eine kosteneffiziente und flexible Alternative zu klassischen Enterprise-Hypervisoren suchen. Die Open-Source-Plattform auf Basis von KVM und LXC bietet viele zentrale Virtualisierungsfunktionen bereits im Standardumfang.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Keine lizenzgebundenen Kosten | Kleineres Enterprise-Ökosystem |
| Aktive Community | Weniger Hersteller-Support als bei VMware oder Nutanix |
| Besonders attraktiv für kleine sowie mittelständige Unternehmen & stark kostenfokussierte Szenarien | Erweiterte Funktionen erfordern häufig manuelle Arbeit |
| Einsatz braucht mehr spezialisiertes Wissen | |
| Nicht SAP-lizensiert |
Fazit: Proxmox VE überzeugt vor allem duch seine hohe Kosteneffizienz und die Individualisierungsmöglichkeiten durch das Open-Source-Konzept. Proxmox ist vor allem für Unternehmen geeignet, die sich bewusst von lizenzintensiven Enterprise-Stacks lösen wollen. Der Einsatz von Proxmox setzt aber solides Know-how und saubere Prozesse voraus.
Microsoft Hyper-V & Azure Local
Microsoft verfolgt zwei Ansätze bei der Virtualisierung. Mit Hyper-V stellt Microsoft eine On-Premise-Plattform zur Verfügung, die insbesondere stark in Microsoft-geprägten Umgebungen funktioniert. Mit Azure local kann eine bestehende On-Premise-Infrastruktur modernisiert, VMware-Umgebungen strategisch abgelöst oder eine konsistente Hybrid-Cloud-Strategie umgesetzt werden.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Tiefe Integration in den Microsoft-Stack | Azure-Native Architekturen erfordern meist ein Re-Design |
| Effiziente Hybrid-Cloud-Szenarien sind möglich | Wechselnde Kosten- & Lizenzmodelle |
| Azure local kann komplett im Azure Portal, aber auch lokal gesteuert werden |
Fazit: Microsofts Virtualisierungsansatz bietet Unternehmen vor allem Flexibilität in der Übergangsphase: Hyper-V eignet sich als pragmatische, stabile On-Prem-Alternative, insbesondere für bestehende Windows-zentrierte Infrastrukturen. Azure Local eröffnet darüber hinaus eine strategische Perspektive in Richtung Hybrid Cloud und Modernisierung.
Alternative 2: Cloud-VMware-Angebote (VMware-as-a-Service)
Cloud-VMware-Lösungen sind Virtualisierungsplattformen, bei denen bestehende VMware-Umgebungen nahezu unverändert in die Infrastruktur großer Hyperscaler verlagert werden. Dazu zählen Lösungen wie VMware Cloud on AWS, Azure VMware Solution oder die Google Cloud VMware Engine.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Sehr schnelle Migration | Langfristig hohe Opex-Kosten (Betriebskosten) |
| Kein eigener Hardwarebetrieb | VMware-Lizenzkosten bleiben oft weiterhin enthalten |
| Flexible Skalierung | Datenhoheit & Latenz müssen beachtet werden |
Fazit: VMware-as-a-Service Lösungen bieten Unternehmen eine schnelle und vergleichsweise risikoarme Möglichkeit, kurzfristig auf den steigenden Lizenzdruck klassischer On-Prem-Umgebungen zu reagieren. Gleichzeitig erkauft man sich diese Flexibilität jedoch häufig mit dauerhaft höheren Betriebskosten und einer weiterhin bestehenden Abhängigkeit vom VMware-Ökosystem. Lizenzkosten verschwinden nicht, sondern werden in Opex-Modelle überführt, die bei wachsendem Ressourcenbedarf schnell ansteigen können.
Alternative 3: Weg von Virtualisierung hin zu PaaS & Containern
Viele Unternehmen haben bereits auf Grund des Lizenzdrucks durch Broadcom reagiert, indem sie Virtualisierung gezielt reduziert haben, beispielsweise durch die Konsolidierung von VMs auf weniger Hosts, um die Anzahl lizenzpflichtiger Ressourcen zu minimieren. Zudem besteht die Möglichkeit einzelne, klar abgegrenzte Workloads direkt auf Bare Metal zu betreiben, vor allem dort, wo Virtualisierung keinen funktionalen Mehrwert bietet oder zusätzliche Kosten verursacht.
Zudem bietet die Container-Technologie und Plattformdienste ebenfalls einen Weg, um Anwendungen flexibler, effizienter und unabhängiger vom Hypervsior zu betreiben. In einigen Szenarien können klassische virtuelle Maschinen sogar vollständig durch PaaS-Angebote ersetzt werden, bei denen der jeweilige Anbieter Betrieb, Skalierung und Wartung übernimmt.
Fazit: Die gezielte Reduktion von Virtualisierung ist langfristig oft die kosteneffizienteste Option. Sie setzt jedoch eine fundierte Analyse der Anwendungslandschaft voraus und lässt sich nicht für jede Applikation kurzfristig oder ohne zusätzlichen Transformationsaufwand umsetzen.
Entscheidungsgrundlage: Ohne Analyse kein sinnvoller Exit
Vor einer Entscheidung für eine der 3 Handlungsoptionen sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
- Welche VMware Produkte & Versionen sind im Einsatz?
- Wann laufen bestehende Broadcom-Lizenzen aus?
- Welche Workloads sind kritisch?
- Welche Alternativen sind technisch & wirtschaftlich sinnvoll?
- Wie sieht die TCO über 3-5 Jahre aus?
Wie abilis Sie dabei unterstützt:
- Strategischer Beratung zu VMware, Broadcom & Alternativen
- TCO-Analysen und Lizenzbewertungen
- Migration zu Nutanix, Proxmox, Cloud oder Hybrid
- Managed-Hosting-Modelle für bestehende VMware-Workloads
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um eine Exit- oder Optimierungsstrategie zu definieren, bevor die nächste Vertragsverlängerung alternativlos ist! Sparen Sie unnötige Kosten und optimieren Sie Ihre Virtualisierung! Wir unterstützen Sie dabei gerne!

