Microsoft Datenstandort:
Jetzt proaktiv entscheiden

Veröffentlicht am: 6. Oktober 2026

Microsoft bietet seinen Kunden die Möglichkeit, Daten in bestimmten geografischen Regionen zu speichern und zu verarbeiten. Dieser Datenstandort beschreibt den geografischen Ort an dem Kundendaten gespeichert werden. Für viele Unternehmen und Behörden ist der Datenstandort eine kritische Entscheidung, da regulatorische Anforderungen eine Speicherung von Daten in bestimmten Ländern verlangen.

Microsoft ermöglicht Kunden nun bis zum 14. Dezember 2026 ihren Datenstandort proaktiv festzulegen.

Im folgenden Artikel stellen wir kurz dar, was die jeweiligen Vor- & Nachteile für Sie sein können, welche Dienste betroffen sind und zeigen Handlungsoptionen auf. Was ändert sich:

Option A - „In-Country“ aktiviert

Microsoft sagt die Speicherung der betroffenen Kundendaten im jeweiligen Land zu – z. B. in Deutschland.

Option B (Standard) - „In-Country“ deaktiviert

Microsoft darf die betroffenen Daten regional innerhalb der EU Data Boundary speichern.

Ohne proaktive Entscheidung bleibt „In-Country“ deaktiviert und Microsoft kann Daten ab dem Stichtag innerhalb der EU Data Boundry verlagern. Die Daten verbleiben laut der veröffentlichten Beschreibung innerhalb der EU Data Boundry, wobei Microsoft erklärt, dass Datenschutz, Sicherheit, Compliance und Verschlüsselung unverändert bleiben. Die  EU-weite Speicherung kann laut Sekundärquellen zu einem späteren Zeitpunkt revidiert werden – doch die Rückkehr zur nationalen Speicherung kann bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen.

Vor- und Nachteile der EU-weiten Speicherung

Vorteile

  • Flexiblere Lastverteilung: Microsoft kann regionale Kapazitäten innerhalb der EU Data Boundary nutzen.
  • Potenzial für robuste Skalierung: Der mögliche Infrastruktur-Pool wird größer – eine technische Einordnung, keine zugesicherte Leistungssteigerung.
  • Kein Wechsel aus der EU Data Boundary: Laut Microsoft bleiben die Kundendaten innerhalb der europäischen Datengrenze.
  • Unveränderte Schutzversprechen: Datenschutz, Sicherheit, Compliance

Zu beachten

  • Keine ausschließlich nationale Ablage: Daten können außerhalb Deutschlands, aber innerhalb der EU Data Boundary gespeichert werden.
  • Vertrags- und Governance-Prüfung: Zusagen wie „Speicherung ausschließlich in Deutschland“ können eine bewusste Aktivierung von In-Country erfordern.
  • Mögliche Latenzänderungen: Theoretisch möglich; Microsoft nennt in den ausgewerteten Quellen keine konkreten Latenzwerte oder SLA- Änderungen.
  • Spätere Rückverlagerung: Laut Sekundärquellen kann die Rückkehr zur nationalen Speicherung ca. sechs Monate dauern – bitte im eigenen Message Center verifizieren.

Von der Einstellung sind folgende Dienste betroffen

  • Exchange Online
  • SharePoint
  • OneDrive
  • Teams
  • Microsoft Copilot
  • Copilot Chat

Was gilt es bei der Entscheidung über den Datenstandort zu beachten?

EU-weite Speicherung

Microsoft darf die erfassten Daten innerhalb der EU Data Boundary regional speichern und verlagern. Die entsprechende nationale Speicherzusage entfällt.

Nationale Speicherung (In-Country)

Microsoft sagt die Speicherung der erfassten Kundendaten im Ruhezustand in der zugeordneten Länderregion zu. Bei einer zugeordneten Region Deutschland ist das Deutschland..

Wichtig ist, die Situation in Ihrem Unternehmen unter dem Gesichtspunkt regulatorischer bzw. vertraglicher Vorgabe zu bewerten.

Situation in Ihrem Unternehmen

Tendenz

Keine explizite nationale Datenresidenz gefordert; Schwerpunkt auf Flexibilität und regionaler Lastverteilung. EU-weite Speicherung
Verträge, Ausschreibungen, Betriebsvereinbarungen oder interne Vorgaben verlangen Datenhaltung im jeweiligen Land.  In-Country aktivieren
ADR/Multi-Geo, branchenspezifische Anforderungen, Kundenverträge sowie
Datenschutz- und Informationssicherheitsvorgaben vorhanden.
 Vor Entscheidung prüfen

Empfohlene nächste Schritte

  1. Einstellung und Berechtigung im Microsoft 365 Admin Center prüfen.
  2. Verträge, TOMs, Datenschutzkonzept und Betriebsvereinbarungen auf nationale Speicherzusagen prüfen.
  3. Entscheidung mit Datenschutz, Informationssicherheit und Fachverantwortlichen abstimmen und dokumentieren.
  4. Auswahl rechtzeitig vor dem 14. Dezember 2026 umsetzen.

Individuelle Beratung zum Microsoft Datenstandort